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Sitzung des Marktgemeinderates Velden vom 10. August 2016 - Pressebericht

von Redaktion

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Mit dem Eschenweg beschäftigte sich der Marktgemeinderat in seiner jüngsten Sitzung am vergangenen Mittwoch – allerdings mit einem grundlegend anderen Schwerpunkt als in den Monaten zuvor:

Für das Areal mit dem ehemaligen Supermarkt darauf wird eine aktualisierte Bauleitplanung auf den Weg gebracht. Im Zuge des Ortsentwicklungskonzepts soll am Eschenweg wieder ein Supermarkt angesiedelt werden. Seit dem Herbst 2015 hatte der Eschenweg eher als Standort einer umstrittenen Notunterkunft des Landkreises für Asylbewerber Schlagzeilen gemacht, die mittlerweile wieder geschlossen wurde.

Das Gelände ist schon an der Einfahrt mit einem Bauzaun abgesperrt, der ehemalige Supermarkt ist leer, auf den Rändern des Parkplatzes grünt Unkraut: Was momentan ein wenig nach Gewerbebrache aussieht, war noch bis vor gar nicht langer Zeit der Wohnort einer größeren Gruppe von Asylbewerbern, die der Landkreis Landshut in dem ehemaligen Supermarkt am Eschenweg untergebracht hatte. Den von der Regierung wöchentlich zugewiesenen Neuankömmlingen sollte damit schnell ein Dach über dem Kopf geboten werden. Seitens der Marktgemeinde Velden hatte man sich immer wieder skeptisch über die Unterkunft geäußert, vor allem mit dem Argument sehr problematischer Wohnverhältnisse in dem dafür wenig geeigneten Gebäude. Zudem hatte die Einrichtung der Notunterkunft die eigentlichen Pläne des Marktes für das Areal aufgeschoben: Im Zuge des Ortsentwicklungskonzepts, das vor allem den Marktkern als attraktiven Standort für Wohnen, Handel und Gewerbe stärken soll, hatte man den leeren Supermarkt und das Gelände drumherum bereits in den Fokus für einen neuen innerörtlichen Lebensmittelversorger genommen. Wie Bürgermeister Ludwig Greimel im Rahmen der jüngsten Sitzung zurückblickte, sei im Oktober 2015 der einstimmige Beschluss gefasst worden, einen entsprechenden Bebauungsplan aufzustellen.

Nach der Unterbrechung durch die anderweitig geschaffenen Fakten der Asyl-Notunterkunft arbeitet der Markt nun in der ursprünglich vorgesehenen Richtung weiter. „Wir wollen auf dem Gebiet eine Nahversorgungseinrichtung für den zentralen Marktbereich sicherstellen“, unterstrich der Bürgermeister in der Erläuterung für die Aufstellung des geplanten Bebauungsplans für ein Misch- beziehungsweise Sondergebiet am Eschenweg. In den Festlegungen der entsprechenden Planung sind maximal 1000 Quadratmeter Verkaufsfläche für das Areal vorgesehen, außerdem 58 Stellplätze. Vorgesehen sei die Fläche für einen Lebensmittel- und/oder Getränkemarkt, führte der Bürgermeister weiter aus. Die Bestandsgebäude werden in die Planungen einbezogen, außerdem wird auch noch die Möglichkeit einer Erweiterung vorgesehen. 

Skeptisch zeigte sich angesichts der weitgehenden Festlegungen des Bebauungsplans Marktrat Hans Stammler. Er war sich nicht sicher, ob die Besitzer das akzeptieren würden. Dem hielt Bürgermeister Greimel entgegen, dass ein unbestrittenes öffentliches Interesse an der Bauleitplanung bestehe, handle es sich doch um die einzige Einzelhandelsfläche für die erwähnten Zwecke im zentralen Marktbereich. Bei einer Gegenstimme wurde schließlich der Billigungsbeschluss für den vorgelegten Bebauungsplan gefasst, der anschließend öffentlich ausgelegt wird.

Neue Häuser in Vilslern

Noch ein zweiter Bebauungsplan beschäftigte am Mittwoch die Veldener Markträte, das Planwerk „Am Birkenberg – Erweiterung“ im Ortsteil Vilslern. Im Zuge dessen sollen am Ortsrand mehrere neue Bauparzellen entstehen. Zu behandeln waren vom Gremium die im Rahmen der vorangegangenen Auslegung des Plans vorgebrachten Stellungnahmen öffentlicher Institutionen und betroffener Privatleute. Dabei konnte bis auf eine Stellungnahme alles durchgewunken werden. Ein Bürger mit einem Haus im Bestand neben dem geplanten Baugebiet äußerte gegenüber dem Markt Befürchtungen, sein im Passivstandard gebautes Haus könnte von der künftigen Bebauung beschattet werden, weshalb die Beheizung des Gebäudes nicht mehr ausreichend gewährleistet sein könnte, wie schriftlich gegenüber der Gemeinde argumentiert wurde. Nach einigen Beratungen im Gremium über die Stichhaltigkeit dieser Stellungnahme wurde sie zur Kenntnis genommen. Mit dem Billigungsbeschluss kann das Bauleitplanungsverfahren fortgeführt werden. In diesem Zusammenhang äußerte Bürgermeister Greimel dabei noch die Hoffnung, dass man heuer bereits mit den Erschließungsarbeiten beginnen könne.

Am Rande der Sitzung kamen noch die Zukunftsplanungen für die Kinderbetreuung in der Marktgemeinde zur Sprache. In einer vorangegangenen Sitzung war dabei die Frage aufgekommen, ob ein Waldkindergarten den Bedarf an weiteren Betreuungsplätzen decken könnte und welche Voraussetzungen für dessen Einrichtung erfüllt sein müssten. Dazu führte Bürgermeister Ludwig Greimel aus, dass man dazu ein größeres und vor allem gut erschlossenes Waldstück brauche, außerdem ein Gebäude als Wetterschutz und Rückzugsmöglichleit in vertretbarer Nähe. „Man bräuchte wohl mindestens drei Betreuerinnen, sinnvoll wäre vermutlich eine maximale Betreuungszeit von sechs Stunden“, betonte Greimel. Gleichzeitig gab er zu bedenken, dass die Mehrheit der momentan in den kommunalen Einrichtungen betreuten Kinder zwischen sechs und neun Stunden dort seien.

In der anschließenden Diskussion über diese Informationen wurde deutlich, dass die Einrichtung eines Waldkindergartens nur eine von mehreren Maßnahmen zur Schaffung weiterer Betreuungsplätze in der Marktgemeinde sein dürfte. Um die Investitionen für einen möglichen Waldkindergarten zu reduzieren, soll geklärt werden, ob die bestehenden Gebäude beim Freizeitgelände die erforderlichen Voraussetzungen für eine Genehmigung erfüllen würden.

Quelle: Vilsbiburger Zeitung - Lokalteil Velden vom 17. August 2016

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