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Bürgerversammlung der Gemeinde Wurmsham für das Jahr 2016 - Pressebericht

von Redaktion

60 Besucher informierten sich bei der Bürgerversammlung der Bürgerversammlung der Gemeinde Wurmsham. Im Bericht der Gemeinde zeigten sich die gesamte Bandbreite der kommunalen Aufgabenstellung und das vielschichtige ehrenamtliche Engagement eindrucksvoll.

Bürgermeisterin Maria Neudecker gab in 1 ½ Stunden mit einer Power-Point-Präsentation mit 144 Folien einen umfassenden Rechenschaftsbericht über das gemeindliche Geschehen im abgelaufenen Jahr. Dabei informierte sie über die Arbeit des Gemeinderates, die gemeindlichen Finanzen, die durchgeführten Maßnahmen und anstehende Investitionen. Ausführlich ging die Bürgermeisterin auf den Kauf des Gasthauses in Seifriedswörth ein. Sie schilderte viele Projekte, die in den letzten Jahren vor allem in Pauluszell und Wurmsham sowie in weiteren Teilen der Gemeinde umgesetzt wurden. In Seifriedswörth gibt es viele leer stehende Gebäude. Jetzt ist dieser Ort mit einem wichtigen Projekt zur Belebung des Dorfes an der Reihe. Im Gebäude sollen ein Gasthaus, ein Dorfladen und eventuell ein Bauernmarkt sowie ein Mehrzweckraum entstehen, der auch von den Schützen genutzt werden kann. Zunächst bleibt abzuwarten, ob eine Förderung aus dem Programm LEADER erreicht wird. Die anderen geprüften Fördertöpfe haben zu lange Wartezeiten und/oder nicht vertretbare Auflagen.

Stolz schilderte die Bürgermeisterin die Aktionen mit der Bezeichnung „Drei-Quellen-Gemeinde“. Mit diesem Alleinstellungsmerkmal wurde viel erreicht. Als Beispiele nannte sie den Drei-Quellen-Markt, die Drei-Quellen-Wanderung, die geplanten Drei-Quellen-Konzerte sowie als eine Privatinitiative der Familie Forster aus Ostenthann den Verkauf von „Drei-Quellen-Einer“ und „Drei-Quellen-Nudeln“ als einheimische Produkte. Die nächste Dreiquellen-Wanderung mit Berthold Riedel findet am Sonntag 10. April 2016 um 14.00 Uhr statt. Treffpunkt ist an der Rottquelle. Dazu ist die gesamte Bevölkerung eingeladen. Am 21. April wird um 19.30 Uhr im Gasthaus Maier in Wurmsham ein Film über das obere Rottal gezeigt, bei dem auch interessante Aufnahmen aus der Gemeinde Wurmsham zu sehen sind. Ganz aktuell ist die Herausgabe einer Freizeitkarte der Gemeinde mit allen Sehenswürdigkeiten, Wanderwegen, Einkaufsmöglichkeiten usw. Sie liegt zur kostenlosen Abholung in der Kanzlei in Seifriedswörth und im Rathaus Velden aus und ist im Internet unter www.wurmsham.de veröffentlicht.

Mit vielen Fotos zeigte die Bürgermeisterin einen Querschnitt durch ein pulsierendes Gemeinschaftsleben mit einer Fülle an unterschiedlichen Aktivitäten und ehrenamtlichem Engagements der Bürger. Einen besonderen Dank richtete sie an alle Verantwortlichen der Vereine, die einen unverzichtbaren Anteil am gesellschaftlichen, kulturellen und sportlichen Leben in der Gemeinde haben.

Im Ausblick auf die Aufgaben im Jahr 2016 und darüber hinaus bleibt die Sanierung von Straßen ein Dauerthema. Wichtig ist die Ausweisung von Bauland in Wurmsham. Für die Feuerwehr Wurmsham steht in absehbarer Zeit die Beschaffung eines neuen Tragkraftspritzenfahrzeugs an. Überlegungen gibt es für den Anbau an das Gerätehaus der Feuerwehr Pauluszell. Das von der Gemeinde erworbene Gasthaus in Seifriedswörth soll als Dorfmittelpunkt saniert werden. Eine neue Aufgabe wird voraussichtlich ab April die Unterbringung von Asylbewerbern. Zu diesen Schwerpunktthemen kommen noch zahlreiche andere Maßnahmen.

 

Finanzbericht

Die wichtigsten Einnahmen des Verwaltungshaushaltes im Jahr 2015 waren die Grundsteuer mit 134.729 Euro, eine außergewöhnlich hohe Gewerbesteuer mit 862.719 Euro, die Beteiligung an der Einkommens- und Umsatzsteuer mit 552.509 Euro und die Schlüsselzuweisung mit 441.032 Euro. Größte laufende Ausgaben sind die Personalkosten mit 218.483 Euro, die Kreisumlage mit 397.706 Euro, die Umlage an die Verwaltungsgemeinschaft mit 113.950 Euro, die Schulumlagen mit 120.722 Euro, die Gewerbesteuerumlage mit 199.184 Euro und die Kosten für die Mitbenutzung von Kindergärten sowie Zahlungen für Gastkinderregelungen mit 172.478 Euro. Die Pro-Kopf-Verschuldung liegt bei 580,45 Euro, wobei hier äußerst zinsgünstige Darlehen abgeschlossen sind und sich diese Verschuldung unter dem bayerischen Landesdurchschnitt für vergleichbare Gemeinden bewegt. Für die anstehenden Aufgaben ist über die Höhe der Darlehen hinaus in der Rücklage ein beruhigend großes Finanzpolster vorhanden.

Überaus wichtig ist der Bürgermeisterin das sachliche und lösungsorientierte Zusammenwirken im Gemeinderat. Mit zweitem Bürgermeister Manuel Schott und drittem Bürgermeister Siegfried Müller steht sie in engem Kontakt und wird von ihnen und den Mitgliedern des Gemeinderates tatkräftig unterstützt.

Im Tagesordnungspunkt Anfragen wurde die aktuelle Veröffentlichung des Bundesverkehrswegeplans angesprochen und gefragt, was die Gemeinde dagegen tun kann, damit die Trasse der B 15 neu nicht durch die Gemeinde Wurmsham verläuft. Wie die Bürgermeisterin ausführte, ist die Bekanntgabe des neuen Verkehrswegeplans am Tag der Bürgerversammlung ganz aktuell. Für die B 15 neu als Umgehung von Landshut bis zu B 299 wurde ein vordringlicher Bedarf festgestellt. Die Weiterführung Richtung Rosenheim liegt im weiteren Bedarf mit Planungsrecht. Dafür gibt es keine aktuelle oder verbindliche Trassenplanung. Die Gemeinde Wurmsham hat sich mit der einstimmigen Ablehnung einer B 15 neu klar positioniert. Die Thematik wird intensiv beobachtet und die Gemeinde wird soweit als möglich und notwendig reagieren.

Zu Anfragen zum Gasthaus in Seifriedswörth berichtete die Bürgermeisterin über den Kaufpreis und die Bemühungen zum Erhalt einer Förderung für die beabsichtigte Sanierung. Zur Festlegung des Sanierungsumfangs hat sich aus den Reihen des Gemeinderates ein Bauausschuss gebildet. Auf Grundlage der Vorgaben bei einem Ortstermin wird derzeit von den beauftragten Architekten eine Kostenberechnung erstellt. Dann liegen konkrete Zahlen vor. Für sie ist die Schaffung eines Ortsmittelpunkts für Seifriedswörth für eine wichtige Aufgabe.

Eine weitere Anfrage betraf den dringenden Bau eines Geh- und Radwegs entlang der Kreisstraße LA 1 von Eberspoint nach Margarethen. Dazu wurde der Erwerb der erforderlichen Grundstücke gefordert, damit der Landkreis das Projekt in sein Bauprogramm aufnehmen kann. Bürgermeisterin Maria Neudecker führte dazu aus, dass die Trasse durch die Gemeinden Velden, Wurmsham und Bodenkirchen verläuft. Sie sicherte zu, der Angelegenheit nochmals nachzugehen.

Angesprochen wurde auch, ob für den Ort Pauluszell die Einrichtung eines öffentlichen Spielplatzes angedacht ist. Dazu berichtete Bürgermeisterin Neudecker, dass neben der Turnhalle bis vor einiger Zeit ein öffentlicher Spielplatz vorhanden war. Als einige Geräte zu erneuern waren, wurde in Abstimmung mit der Schule und Eltern ein Bolzplatz angelegt. Neben dem Pausenhof der Schule gibt es noch einige Spielgeräte, die genutzt werden können. Generell ist das Interesse an öffentlichen Spielplätzen eher gering zu bewerten. In vielen privaten Gärten gibt es für Kinder Spielgeräte. Somit wird kein vordringlicher Bedarf gesehen.

Georg Eder aus Unterbreitenau teilte mit, dass er sich um die Spende eines Baums an die Gemeinde Wurmsham für die Pflanzung am höchsten Punkt des Landkreises Landshut bei Schleichwies bemühen wird. Bürgermeisterin Neudecker zeigte sich über diese begrüßenswerte Aktion erfreut.

Hans Tiefenbeck sen. aus Weichslgarten informierte als Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft Pauluszell vor, dass die Maßnahme zum Ausbau der Hofzufahrten bald ausläuft. Insgesamt wurden 14 Straßen ausgebaut. Zwei eingereichte Anträge haben aus unterschiedlichen Grüßen keine Aussicht auf Genehmigung. Aktuell wird über das Programm noch der freiwillige Landtausch für Harham und Hasenreit bearbeitet. Insgesamt gesehen war das Ausbauprogram Hofzufahrten über das Amt für Ländliche Entwicklung Niederbayern für die Gemeinde Wurmsham eine gute Sache.

Abschließend war die Unterbringung von Asylbewerbern ein Thema. Hier wurde vom Redner bedauert, dass dafür nicht das leer stehende frühere Lehrerwohnhaus in Pauluszell genutzt wurde. Hier wäre mit relativ geringem Aufwand eine Umgestaltung als Wohnraum möglich gewesen. Dagegen ist Schaffung einer Wohnung im zweiten Obergeschoss des Gemeindehauses in Seifriedswörth mit hohen Investitionen verbunden und nicht optimal. Die Bürgermeisterin bestätigte, dass der Umbau des früheren Lehrerwohnhauses in Pauluszell wesentlich einfacher gewesen wäre. Gegen eine Unterbringung in diesem Gebäude unmittelbar neben der Schule gab es heftige Widerstände aus der Bevölkerung. Jetzt ist es müßig, hier nachzuhaken, weil vom Gemeinderat eine Entscheidung getroffen wurde, die umgesetzt wird.

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